Rigipsdecke aubessern

gehtsnoch

Mitglied
14. Feb. 2010
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Hallo,

wir haben im ganzen Haus Rigipsdecken ( 4 Wochen alt) mit Einbauspots. Jetzt habe ich gesehen das an 2 Stellen beim Einbau der Spots gemurkst wurde, dass heisst da hat man irgendwie Kratzer reingehauen und dann versucht auszubesseren, aber eher nach em Motto keine Lust ist es möglich diese Stellen nachträglich auszubessern, die Decken sind schon gestrichen und die Farbe ist auch noch vorhanden. Es sind keine großflächigen Stellen, aber es sollte "einheitlich aussehen"

gruß

 
Hallo gehtsnoch

So glatte Flächen sind meist nicht ganz einfach zu reparieren, ohne dass die Retusche ein wenig sichtbar bleibt.

Falls die Flächen im Streiflicht liegen, sieht man Ausbesserungen fast immer.

Ich nehme mal an, dass die Rigipsplatten in Deinem Haus mit Weissputz (Gipsglattstrich) überputzt wurden oder zumindest mit einer gipshaltigen Spachtelmasse glatt gespachtelt wurden. Wie es bei Dir aussieht und wie gross die Schäden sind, kann ich natürlich nicht wissen. Nachfolgend ein paar Tipps aus meiner Berufspraxis:

Ich verfahre in der Regel so, dass ich die schadhafte Stelle erst reinige, Staub aus der Kerbe wische und evtl. bröselnde Kanten entferne, wenn (wie in Deinem Fall) bereits Farbe draufgeschmiert wurde, schleife ich diese sehr vorsichtig mit einem sehr feinen Sandpapier ab (Körnung 150 oder noch feiner). Dabei muss punktgenau gearbeitet werden, um den Fleck nicht noch unnötig zu vergrössern.

Dann flicke ich die Kerben mit Füllstoff (gipshaltige Spachtelmasse mit Haftzusätzen, im Fachhandel u.a. als Moltofill oder Decofill bekannt) aus. Wiederum darauf achten, dass der Fleck nicht vergrössert wird, also unbedingt das Spachtelwerkzeug in entsprechender Grösse wählen. Bei tiefen Kerben muss eventuell nachgespachtelt werden, weil die Spachtelmasse in der Regel einfällt. Trockenzeiten einhalten!

Nach genügender Trocknung kann dann mit der Originalfarbe ausgebessert werden. Bei grösseren Flecken muss eventuell zuerst noch mit der entsprechenden Grundierung vorgebessert werden, um die Haftung des Deckanstrichs zu gewährleisten (abhängig von den verwendeten Farbprodukten). Beim Ausbessern verfahre ich so, dass ich wiederum punktgenau arbeite (kleinen Pinsel wählen, z.B. Plattpinsel von 10 mm Breite) und nur eine geringe Farbmenge auftupfe (stupfen, d.h. die Pinselhaare müssen senkrecht auf die zu bearbeitende Fläche auftreffen), um die Oberflächenstruktur des umgebenden Anstrichs nachzuahmen. Beim Streichen werden die Pinselstriche sichtbar. Evtl. nach Trocknung ein zweites mal mit Farbe austupfen, wenn die Spachtelmasse einschlägt, d.h. den ersten Anstrich absorbiert.

Je nach Oberflächenqualität sieht man die Ausbesserung jedoch immer ein wenig, insbesondere wenn die Anstriche nicht mit einem Farbroller aufgetragen, sondern gespritzt wurden. Darüber hinaus verhält sich nicht jedes Farbmaterial gleich. Je nach Produkt und Qualität sind Ausbesserungen mehr oder weniger sichtbar.

Wie bereits zweifach erwähnt, punkgenaues Arbeiten und eine ruhige Hand sind das A und O, sonst läuft man schnell Gefahr, den Schaden noch zu verschlimmbessern. Wenn die Kerben nur sehr klein sind, würde ich mir eventuell auch überlegen, gar nichts zu machen.

Ich wünsche gutes Gelingen

Knurri Murri

 
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